Die richtigen Eselsbrücken helfen beim Lernen – außerdem machen sie richtig Spaß!

Wie kommt die Eselsbrücke eigentlich zu ihrem Namen?

Esel sind von Natur aus wasserscheu. Wenn Esel nicht erkennen können, wie tief das Wasser ist, dann gehen sie einfach nicht durch den Bach, Fluss oder See. Deshalb müssen sich die Menschen eine „Umweg-Arbeit“ machen und kleine Brücken bauen, über die die Esel gehen können. Allerdings entscheidet der Esel, ob die Brücke tauglich ist und nicht die Brückenbauer*innen. Ist die Brücke dem Esel zu unheimlich, geht er einfach nicht.

Was hat jetzt dieser sture Esel mit dem eigenen Lernverhalten zu tun?

Störrisch sind wir schon mal nicht. Wir können uns nichts Schöneres vorstellen, als dass der Lerninhalt in unseren Kopf hineinfliegt, gerne ohne Mühe und Arbeit oder zumindest mit wenig Mühe. Leider klappt das mit manchem Lernstoff einfach nicht. Egal wie oft man die Lernkarte liest, es bleibt einfach nichts hängen. Oder man verdreht die Inhalte. Oder man vergisst bei der Aufzählung die wesentlichen Punkte. Oder man verwechselt die Antworten mit einer anderen Karte. Oder es kommt einem so vor, als hätte man diese Karte noch niemals gesehen.

Jetzt kommen die Eselsbrücken ins Spiel. Eine Eselsbrücke ist ein Umweg, der dafür sorgt, dass die Lerninhalte behalten werden. Damit ist eine Eselsbrücke etwas mehr Arbeit. Naja, zumindest im Vergleich zu den Lernkarten, die man sich schnell merken kann. Wenn man diesen Umweg vergleicht mit den Versuchen, sich das Un-merkbare zu merken, dann schneidet eine Eselsbrücke doch recht gut ab.

Allerdings: Nicht jede Brücke trägt!

Kennst du das: Du überlegst dir die tollste Eselsbrücke und dann … fällt dir die Eselsbrücke nicht ein. Und der Lernstoff auch nicht. Diese Brücke hat also nicht getragen. Das ist übrigens ganz normal und kein Grund an dir zu zweifeln. Einfach eine neue Eselsbrücke überlegen.

Was macht eine gute Eselsbrücke aus?

Einfach muss sie sein. Kurze Sätze vereinfachen das Lernen. Wörter, die man nicht nachschlagen muss. Insgesamt braucht eine Eselsbrücke nicht lang zu sein und wenn sie doch länger ist, dann eignet sich eine kurze Geschichte sehr gut. Achte darauf, deine eigene Sprache zu verwenden. Förmliche Sprache oder „Beamtendeutsch“ erschweren die Eselsbrücke.

Emotional darf sie sein. Es klingt verrückt, aber emotionale Eselsbrücken sind viel einfacher zu merken als rein sachliche Eselsbrücken. Meiner Lernpartnerin hat es in einer Eselsbrücke sehr viel Freude gemacht, mir einen Badmintonschläger auf den Kopf zu schlagen. Nur in der Vorstellung selbstverständlich. Aber bei dieser Lernkarte wusste sie immer die Antwort.

Anfangsbuchstaben: Ich verwende gerne die Anfangsbuchstaben von Kernwörtern. Besonders hilfreich ist das, wenn die Buchstaben auch ein eigenes Wort ergeben. Dann kann man im ersten Schritt das Wort lernen und in den Folgeschritten jeden einzelnen Buchstaben.

Bewegungen: Für manche Eselsbrücken eignet sich hervorragend eine Bewegung. Auch hier kann man erst die Bewegung lernen und verknüpft dann die Inhalte. Stell dir eine Lernkarte zu den Bewegungen von „Macarena“ vor. Das macht richtig Spaß. Und das sorgt auch in der Prüfung für gute Laune, denn plötzlich hat man einen tollen Ohrwurm.

Wo wir schon bei Musik sind. Wie sieht es denn bei dir mit Singen aus? „Alle meine Entchen“ oder „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ eigenen sich ebenso gut wie aktuelle Hits. Noch ein Vorteil: Immer, wenn das Lied im Radio läuft, fällt dir der Lernstoff ein. Als ich griechisch gelernt habe, habe ich einige Endungen mit Kinderliedern verknüpft. „Hopp, Hopp, Hopp, Pferdchen lauf Galopp“, lässt mich immer noch automatisch konjugieren. Das ist schon 22 Jahre her.

Geschichten erzählen: Ich liebe Geschichten. Schon immer. Und jeder, wirklich jeder Lernstoff ermöglicht eine Geschichte. Bei einer meiner Lernkarte haben sich Schachfiguren auf den Weg durch einen Sumpf und über einen Berg gemacht. Ich weiß nicht mehr worum es genau ging. Aber alle 7 Punkte der Lernkarte waren eine wesentliche Station dieser Figuren. Vor der Prüfung war dieser abenteuerliche Weg ganz schlüssig und gut zu merken.

Reimen: Nicht jeder Reim muss Sinn machen, wenn er dafür Spaß macht. Hier ist es absolut erlaubt, Grammatik und Worte und Reime so zu verändern, dass es passt. Gerade wenn man es passend machen muss, kann man es sich gut merken. Also keine Hemmungen. Das muss ja nicht für den nächsten Poetry Slam reichen.

Was ist das allerwichtigste bei einer Eselsbrücke?

Die Eselsbrücke muss zu dir (!) passen. Und das ist für jede*n unterschiedlich. Wie lautet diese eine Eselsbrücke, die wahrscheinlich jede*r außer mir kennt? Dings, Dings, drei – Rom schlüpft aus dem Ei. Das kann ich mir einfach nicht merken. Wenn du also eine Eselsbrücke ein paar Mal getestet hast und du kannst sie dir nicht merken, dann ändere sie einfach. Der Esel geht nur über die sichere Brücke. Und wenn deine Eselsbrücke keine solche „sichere Brücke“ ist, dann geht es einfach nicht. Das macht ja nichts, nimm dir einfach die Zeit für eine neue Brücke.

Und was ist das zweitwichtigste?

Eine Eselsbrücke soll Spaß machen! Je öfter du Eselsbrücke machst, desto einfallsreicher wirst du und desto mehr Spaß hast du. Spaß beim Lernen ist super. Und auch in der Prüfung stellt sich dann dieser Spaß und die entsprechende Leichtigkeit ein. Das ist Gold wert!

Übrigens: Eselsbrücken erstellen ist kein Prokrastinieren, also keine Ablenkung vom eigentlichen Lernen, sondern ein wichtiger Teil davon!

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